Eine lebenswerte Innenstadt

**Thema:** Stadtentwicklung **Projektziel:** Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch eine Verkehrsberuhigung im Innenstadtbereich **Zielgruppe:** alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter --- ## Entspannen in der Stuttgarter Innenstadt Um in der Innenstadt noch besser genießen, entspannt flanieren oder einkaufen zu können, wird der gesamte Bereich innerhalb des Cityrings langfristig umgestaltet und aufgewertet. 2017 wurde dazu vom Gemeinderat der Landeshauptstadt der Zielbeschluss zur „Lebenswerten Innenstadt“ gefasst. Mehr Grün, Bäume und eine höhere Aufenthaltsqualität dienen der Anpassung an den Klimawandel und den Menschen, die dort leben, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen. Die Flächen für den motorisierten Verkehr, Rad‐ und Fußverkehr und öffentlichen den Personennahverkehr werden dazu neu verteilt und umgewandelt. ### Das Konzept Lebenswerte Innenstadt ![Zeitplan der geplanten Maßnahmen](media/info-000-6765782c4e57424eae042874.png)Zeitplan der geplanten Maßnahmen ### Die Konzepte im Überblick * Das **Parkraumkonzept** sieht eine Erweiterung des öffentlichen Raumes durch Wegfall von etwa 360 öffentlichen Parkplätzen vor. Privatparkplätze, Taxiangebote für Menschen mit Beeinträchtigung sowie Tiefgaragen sind von diesen Änderungen nicht betroffen. * Mit dem **Fußwegekonzept** soll der Ausbau von Fußgängerzonen vorangetrieben und der Verkehr auf die erforderlichen Zufahrtsstraßen konzentriert werden. * Das **Radwegekonzept** beinhaltet den Ausbau der Radwegeverbindungen * Mit einem **City-Logistik-Konzept** werden gesonderte Flächen für den Lieferverkehr und Ladetätigkeiten eingerichtet. * Das **Straßenraumkonzept** sieht die Schaffung von Grünflächen und Baumstandorten vor und dient der Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch Errichtung von (konsumfreien) Sitzmöglichkeiten und Aufenthaltsflächen Nach Fertigstellung des Hauptbahnhofs wird das Konzept auch auf den Richtung Norden erweiterten Cityring (Wolframstraße) ausgedehnt. ![Übersicht der Schleifen](media/info-000-676577b2007c5674720817b2.png)Übersicht der fünf Erschließungsgebiete, die sogenannten "Schleifen" Das Konzept sieht fünf Erschließungsgebiete mit sogenannten Schleifenlösungen als Teilprojekte vor. Für jede Schleife wurden kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen definiert, die zum Teil bereits umgesetzt wurden. Als eine weitere Teilmaßnahme wurde die Tempo-20-Regelung für die Erschließungsstraßen innerhalb des Cityrings im April 2022 umgesetzt. Die einheitliche Geschwindigkeitsregelung ermöglicht besseres Flanieren und besseres Überqueren der Straßen in der Innenstadt. --- ## Pop Up Lösung oder Verkehrsversuche für schnelle Umsetzung und Evaluation des Planungsansatzes Mithilfe von Pilotprojekten und temporären Maßnahmen wird die Planungsstrategie in Teilen der Innenstadt erprobt. Vor baulichen Maßnahmen oder einer dauerhaften Lösung werden die Pilotprojekte evaluiert und bei Bedarf optimiert. Über die Umsetzung der verschiedenen Teilprojekte wird im Bezirksbeirat und den Fachausschüssen des Gemeinderates diskutiert und entschieden. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung, Handel und Gewerbe werden dabei einbezogen, so dass Anregungen und kreative Ideen nicht verloren gehen. Die Evaluierung erfolgt in verschiedenen Beteiligungsformaten und in Kooperation mit Hochschulen. #### ### Befragungen von Passanten und der Gewerbetreibenden zur Lieferung und Logistik in der Rathausschleife Die sogenannte Rathausschleife umfasst den Bereich rund um das Rathaus mit der Steinstraße, Nadlerstraße, Neue Brücke, Schmale Straße und Breite Straße. Es ist ein zentraler Bereich in der Innenstadt, der sich durch eine hohe Dichte an Handel und Gastronomie auszeichnet. Gleichzeitig sind diese Straßen eine logistische Drehscheibe für die Belieferung der nahegelegenen Königstraße. Studierende der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (Studiengang nachhaltige Mobilität/Sustainable Mobility M.Sc.) führen in Kooperation mit der Landeshauptstadt verschiedene Untersuchungen der Rathausschleife durch. ### Online Befragung der Gastronomie, Einzelhändler Lieferanten und (Logistikunternehmen) Durch die Online-Befragung der lokalen Stakeholder sollen detaillierte Informationen darüber gewonnen werden, wie die derzeitigen Anlieferungsprozesse ablaufen, welche Herausforderungen bestehen und welche Verbesserungsmöglichkeiten sich daraus ergeben. Ergänzt werden diese Ergebnisse durch Beobachtungen, die die Studentinnen und Studenten im Untersuchungsgebiet zu verschiedenen Uhrzeiten durchführen. Parallel dazu werden Passanten in der Umgebung befragt, um ihre Bedürfnisse, Wünsche und ihr derzeitiges Mobilitätsverhalten zu erfassen. ### Erste Ergebnisse voraussichtlich Anfang Februar 2025 In einem Zwischenbericht bestätigten die Untersuchungen durch die Hochschule eine Reihe Problemfelder, die von Verkehrsbehörden und Polizei regelmäßig berichtet werden. Dazu gehören z.B. Parkverstöße durch PKW, Nichteinhaltung der Ladezonen oder Lieferzeiten. Nach Auswertung der Online Befragung können diese Erkenntnisse in den Planungs- und Umsetzungsprozess für die Rathausschleife einfließen. ### Zukünftige Maßnahmen * **Rathausschleife** Durch die kommenden Interimsmaßnahmen in 2025, wie die Ausweitung der Lieferzonen, mobile Begrünungselemente und Abstellflächen für das Mikromobilität soll die Situation für die Lieferanten, Gewerbetreibenden und Besuchenden verbessert werden. Auf den ausgewiesenen Lieferzonen in der Schmale Straße und Neue Brücke dürfen nur berechtigte Fahrzeuge zum Be- und Entladen halten. Somit sichern wir die wichtigen Funktionsflächen gegen Falschparker. Des Weiteren sorgen neue Abstellanalgen für die E-Scooter in der Neue Brücke für eine bessere Flächenverteilung und verhindern das Falschabstellen an den Gehwegen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird ebenfalls von den Studierenden der Hochschule evaluiert. * **Kronprinzschleife** 2025 Interimsgestaltung zur schnellen Umsetzung des Konzepts in der Kronprinzschleife: Aktuell wird die Kronprinzschleife interimsweise umgestaltet. Die öffentlichen Stellplätze in der Kronprinzstraße, Lange Straße und Gymnasiumstraße werden umgewidmet, während Sonderstellplätze wie Behindertenstellplätze erhalten bleiben. Mobile Fahrradbügel, E-Scooter-Stellplätze, Abstellplätze für Lastenräder und Roller sowie Sitzelemente erhöhen die Aufenthaltsqualität und laden zum Verweilen ein. Eine Besonderheit ist die Erweiterung der Lieferzonen. Die Maßnahmen erfordern keine baulichen Eingriffe und sind daher kostengünstig und schnell umsetzbar. Nach einer Bewertung und Evaluation der Maßnahmen folgt eine langfristige Umgestaltung. Dialog mit Anwohnenden vor der Umgestaltung Zum Abschluss des Gesamtprojekts gehören neben dem Bereichen Bahnhofsvorplatz/Schillerstraße und der Sophienstraße auch die Gerberschleife (2031−2035). In diesem Bereich gibt es – im Gegensatz zur restlichen Innenstadt – einen höheren Anteil an Wohnnutzungen. Hier möchte die Stadt daher mit den Anwohnenden vor den Umgestaltungen in Dialog treten und Beteiligungsformate durchführen. --- ## Beiträge vom 3. Deutschen Fußverkehrskongress 2020 Der 3. Deutsche Fußverkehrskongress fand am 21. Oktober 2020 statt. Gastgeber waren das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer MdB und der Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann MdL, waren live dabei. Der Kongress wurde als digitaler Kongress durchgeführt. Alle Inhalte der Konferenz wurden als Livestreams übertragen, interaktive Chat- und Video-Formate ermöglichten einen aktiven Austausch. Ein Teil des Programms wurde von einer Bühne im Herzen Stuttgarts aus gesendet. #### Sehen Sie hier zwei Videobeiträge aus Stuttgart, die die "Lebenswerte Innenstadt" zum Thema haben: #### #### Stadtplanung in der Innenstadt #### Wie läuft's, Stuttgart? --- ## Entspannen in der Stuttgarter Innenstadt **Der gesamte Bereich innerhalb des City-Rings in Stuttgart soll in den nächsten Jahren zu einer autofreien Innenstadt mit weniger Pkw-Verkehr und hoher Aufenthaltsqualität umgewandelt werden. Wesentliches Ziel des Projekts ist es, den Aufenthalt in der Innenstadt zu verbessern, damit Besucherinnen und Besucher das Stadtleben noch besser genießen, entspannt flanieren oder einkaufen können. Zu diesem Zweck erstellt die Stadt ein Konzept für die zentrale Innenstadt.** Das Zielkonzept zur Lebenswerten Innenstadt wurde im Sommer 2021 fertig erstellt. Am 26. Oktober 2021 wurde es daraufhin vom Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik beschlossen. Unter weiterer Beteiligung verschiedenster Akteure und Akteurinnen sowie der Bürgerschaft gilt es nun das Konzept Schritt für Schritt umzusetzen. Unter **["Links&Downloads"](/content/bbv/details/379/phase/711?tab=3 ""Links&Downloads"")** finden Sie dazu den Kurzbericht des Konzepts. Das verkehrliche Gesamtkonzept stellt dar, welche Straßenabschnitte innerhalb des Cityrings weiterhin erforderlich sind und welche in Fußgängerzonen umgewandelt werden können. Netze für den Rad- und Fußverkehr sollen ausgebaut werden. Für den verbleibenden ruhenden Verkehr (Behindertenparkplätze, Motorräder, etc.) wurden Teilkonzepte erstellt. Für den Lieferverkehr wurde aufgezeigt, wie dieser innovativ und emissionsarm organisiert werden kann. Hier gibt es bereits Projekte, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, wie etwa das Vorhaben [**"LogSpaze**](/mitte/stadtentwicklung/zustellkonzepte/)". Als Grundlage für die Umsetzung des Konzepts für eine lebenswerte Innenstadt war zunächst eine Analyse der aktuellen Situation notwendig, aus der das Gesamtprojekt für eine verkehrsberuhigte Innenstadt entwickelt wurde. Mit der Beteiligung verschiedenster Akteure und Akteurinnen sowie der Bürgerschaft wurden auch Anregungen und Vorschläge eingebracht, die in die spätere Umsetzung einfließen. ### Meinung der Bürgerinnen und Bürger wichtig Für die Entwicklung des Konzepts für eine Lebenswerte Innenstadt wollten wir wissen, wie Sie darüber denken, welche Vorschläge Sie haben und was Ihnen wichtig ist. Dazu fand in einem ersten Schritt ein virtueller Veranstaltungsabend am 2. Dezember 2020 statt. Aufgrund der Unsicherheiten mit der Pandemie-Situation war es eine digitale Veranstaltung. Das Ergebnisprotokoll und die Präsentation zur Veranstaltung wurden unter dem Reiter**["Links&Downloads"](/content/bbv/details/379/phase/711?tab=3 ""Links&Downloads"")** eingestellt.** ** Für alle, die an diesem Dialogabend nicht teilnehmen konnten, konnten Sie in einer interaktiven Karte hier auf dem Beteiligungsportal vom 2. bis 22. Dezember 2020 Anregungen und Vorschläge machen. Die vielen Ideen und Vorschläge finden Sie unter dem Reiter**["Teilnehmen"](/stadtentwicklung/lebenswerte-innenstadt/?tab=1) **zum Nachlesen. Im Bereich des Gerbers und der Sophienstraße gibt es im Gegensatz zur restlichen Innenstadt einen höheren Anteil an Wohnnutzungen. Hier möchte die Stadt daher mit den Anwohnenden vor den Umgestaltungen in Dialog treten und Beteiligungsformate durchführen. ### Umbaumaßnahmen in mehrere Stufen unterteilt Gemäß dem derzeitigen Zeitplan soll bis zum Jahr 2035 der Innenstadtbereich für den KFZ-Verkehr in so genannten Schleifen schrittweise umgestaltet werden. Die Maßnahmen umfassen die Erschließung der bestehenden Tiefgaragen und Parkhäusern, die Straßengestaltung, ein Parkierungskonzept, die City-Logistik sowie eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität für den Fußverkehr und ein gutes Wegenetz für Radfahrende. Straßen, die nicht in eine Fußgängerzone transformiert werden können, werden fußgängerfreundlich mit max. Tempo 20 als Mischverkehrsfläche umgesetzt. Über die Zufahrtsschleifen können bestehende Parkgebäude nach wie vor mit dem Auto erreicht werden. #### Kurzfristige Maßnahmen (2022-2024) nicht baulich/temporär * Dorotheenstraße (Karlsschleife) * Lautenschlager Straße (Königsschleife) * Kronprinzstraße (Kronprinzschleife) * Kronenstraße (Königsschleife) * Steinstraße (Rathausschleife) * Schmale Straße (Rathausschleife) #### Umsetzungsstufe 1 (2024-2026 kurzfristig) bauliche Maßnahmen * Dorotheenstraße (Karlsschleife) * Geißstraße (Rathausschleife) * Theodor-Heuss-Straße (Radweg) * Joseph-Süß-Oppenheimer-Platz (Rathausschleife) #### Umsetzungsstufe 2 (2026-2030 mittelfristig) bauliche Maßnahmen * Kronprinzschleife * Rathausschleife * Königsschleife #### Umsetzungsstufe 3 (2031-2035 langfristig) bauliche Maßnahmen * Gerberschleife * Sophienschleife * Bahnhofsvorplatz/Schillerstraße ![Für den Bereich innerhalb der gestrichelten Linie soll das Konzept für eine lebenswertere Innenstadt erstellt werden. Grafik: Stadt Stuttgart](media/info-003-5fbe68de77d9dc4b6123b5c2.jpg)Für den Bereich innerhalb der gestrichelten Linie soll das Konzept für eine lebenswertere Innenstadt erstellt werden. Grafik: Stadt Stuttgart

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