Sanierungsgebiet Münster 1 - Ortsmitte

**Thema:** Stadtentwicklung **Projektziel:** Aufwertung des Ortskerns **Zielgruppe:** Bürgerinnen und Bürger von Stuttgart-Münster --- ## Das Sanierungsgebiet ist Teil des Programm "Sozialer Zusammenhalt" Ursprünglich als Pflegehof ("monasterium" = lat. Kloster) im Mittelalter gegründet, entwickelte sich Münster zunächst als Bauern- und Weingärtnerdorf und zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Arbeitervorort. Die historische Bausubstanz ist stark überformt infolge der Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg und der Neubebauungen in den Nachkriegsjahren. Im Untersuchungsgebiet dominieren ältere kleinere Wohngebäude mit zwei bis drei Wohnungen auf kleineren Parzellen und in heterogenen Baustilen sowie ein vergleichsweise enger Straßenraum, zumal mit Ausnahme der Freibergstraße auch keine Durchgangsstraßen vorhanden sind. Charakteristisch für Münster ist die Insellage: So wird Münster eingegrenzt durch die schwer überwindbaren Barrieren der Neckartalstraße und der Bahntrasse Kornwestheim-Untertürkheim. Am 28. Juli 2015 beschloss der Ausschuss für Umwelt und Technik des Stuttgarter Gemeinderats vorbereitende Untersuchungen (VU) gemäß § 141 Baugesetzbuch für Münster. Die VU ergab städtebauliche Missstände und Probleme in mehreren Handlungsfeldern. Am 12. Oktober 2017 hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart die förmliche Festlegung der Sanierung Münster 1 -Ortsmitte- beschlossen. Am 9. November 2017 wurde die Satzung durch Veröffentlichung im Amtsblatt rechtskräftig. Das Sanierungsgebiet ist Teil des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt - Investitionen im Quartier". Der folgende Lageplan zeigt in rot die Fläche des Sanierungsgebiets (ca. 25 Hektar). ### Erste Erweiterung des Sanierungsgebiets 2022 Am 30. Juni 2022 hat der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart die erste Erweiterung des Sanierungsgebiets Münster 1 -Ortsmitte- beschlossen. Am 14. Juli 2022 wurde die Satzung durch Veröffentlichung im Amtsblatt rechtskräftig. Das Sanierungsgebiet ist Teil des Bund-Länder-Programms "Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten". Der folgende Lageplan zeigt in rot die Fläche des Sanierungsgebiets (ca. 25 Hektar) und in blau die Fläche des erweiterten Sanierungsgebiets (insgesamt ca. 32 Hektar). ![Die Grafik zeigt einen schwarz-weißen Stadtplan in den die Grenzen des bestehenden Sanierungsgebiets \(rote Linie\) eingezeichnet sind und die Erweiterung des Sanierungsgebiets \(blaue Linien\). Grafik: Stadt Stuttgart](media/info-000-62e93334943431352506e8f2.jpg)Das Sanierungsgebiet (rot) wurde erweitert (blau). Grafik: Stadt Stuttgart Im Sanierungsgebiet gilt das Besondere Städtebaurecht der §§ 136 ff Baugesetzbuch mit den Genehmigungspflichten gemäß § 144. Es handelt sich um ein vereinfachtes Sanierungsverfahren. ### Sanierungsziele Für das im Lageplan abgegrenzte Teilgebiet werden folgende Sanierungsziele formuliert: * Mängelbeseitigung und Qualitätsverbesserungen im Wohnungsbestand und Wohnumfeld * Attraktivierung des Fuß- und Radwegenetzes unter Berücksichtigung von Barrierefreiheit und Stärkung des ÖPNV * Verbesserung der öffentlichen Straßenräume in Gestaltung und Funktion * Attraktivierung der vorhandenen Spielplätze und Grünanlagen * Stärkung der sozialen Infrastruktur * Verbesserung der Parkierungssituation * Stärkung und Konzentration der vorhandenen Kleinversorgungszentren Weiterführende Informationen rund um das Sanierungsgebiet Münster 1 -Ortsmitte- finden Sie auf der folgenden Internetseite: * **[www.stm-muenster.de](https://www.stm-muenster.de/ "www.stm-muenster.de")** --- ## Neuordnungskonzept Um die Sanierungsziele zu erreichen, sind u. a. folgende Maßnahmen vorgesehen: * Modernisierung der Bausubstanz und Anpassung der Wohnungsbestände an heutige Bedürfnisse zur Sicherung und Stärkung der Wohnfunktion * städtebauliche und funktionale Aufwertung der Handels- und Gewerbefunktion bei den vorhandenen Versorgungszentren z. B. an der Freibergstraße und im Bereich des Dreiecksplatz * Verlagerung der Feuerwehr * Verbesserung der Spielfläche Enzstraße und Schaffung einer Direktverbindung vom Dreiecksplatz Nagold-/Iller-/Elbestraße * Verbesserung der Aufenthalts- und Gestaltungsqualität im Umfeld beim Bahnhof Münster sowie Stärkung der Funktion als Identifikationsort mit wichtigen Stadteingangsfunktionen * Ertüchtigung und Gestaltung der Straßenräume in der Ortskernlage z. B. Freibergstraße --- ## Bund-Länder-Programm Sozialer Zusammenhalt Im April 2016 wurde Münster in das Sanierungsprogramm "Soziale Stadt – Investitionen im Quartier" aufgenommen und ist mit einem Förderrahmen von drei Millionen Euro ausgestattet. Davon tragen 60 Prozent der Bund und das Land Baden-Württemberg, 40 Prozent die Landeshauptstadt Stuttgart. Im Verlauf der Sanierung sollen entsprechend den Projektfortschritten weitere Fördermittel beantragt und weitere Flächen einbezogen werden. Das Verfahren wurde 2017 in das Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Die Soziale Stadt" mit einem Förderrahmen von insgesamt drei Millionen Euro aufgenommen. 2020 wurde es in das Bund-Länder-Programm "Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten" überführt, mit einem Förderrahmen von insgesamt 4,67 Millionen Euro. Dieses Programm fördert nicht nur die Erneuerung der Bausubstanz, sondern verfolgt ein ganzheitliches Ziel. Die Qualität eines Stadtteils wird von vielen Aspekten des Lebens bestimmt. Deshalb umfasst das Programm wirtschaftliche, ökologische, soziale, kulturelle und städtebauliche Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung. Dem Bündel an Problemen wird mit einem Bündel an Maßnahmen begegnet. Hierfür stellt das Programm eine Struktur zur Verfügung, die im Wesentlichen drei Elemente umfasst. #### Die Bürgerbeteiligung Das wichtigste Element überhaupt ist die "Offene Bürgerbeteiligung". Die Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil haben die Möglichkeit, sehr intensiv und wirksam ihre Vorstellungen in den Prozess der Erneuerung ihres Stadtteils einzubringen. Die Themenbereiche und Projektgruppen der Bürgerbeteiligung stehen allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern jeden Alters offen. #### Das Stadtteilmanagement (STM) Ein professionelles Stadtteilmanagement, kurz STM, ist Ansprechpartner der Bürgerinnen und Bürger mit einem Büro vor Ort. Es dient als Bindeglied zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Stadtverwaltung sowie Baugenossenschaften, Kirchen und anderen Institutionen. Das [Stadtteilbüro Münster](/stadtentwicklung/muenster1/?tab=2) liegt in der Austraße 12 und ist dienstags von 9.30 bis 12.30 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Telefonisch sind die Mitarbeiter unter der Nummer 62 00 93 60 erreichbar. Das STM unterstützt die Bürgerbeteiligung als deren Geschäftsführung und vertritt sie außerdem in der Interdisziplinären Projektgruppe (siehe Abschnitt IPG). Das STM sorgt so für die Abstimmung der aus der Bürgerbeteiligung hervorgehenden Projektwünsche mit den städtischen Ämtern und politischen Entscheidungsträgern und bereitet damit deren Umsetzung mit vor. Außerdem moderiert und inspiriert es den gesamten Bürgerbeteiligungsprozess und fördert nachhaltige Strukturen für die Bürgerbeteiligung im Stadtteil, die auch nach dem Abschluss der Sanierung die Entwicklung weiter voranbringen sollen. #### Die interdisziplinäre Projektgruppe (IPG) Um diese komplexe und umfangreiche Erneuerung zu koordinieren und effektiv zu steuern, wurde im federführenden Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung eine Interdisziplinäre Projektgruppe, kurz IPG eingerichtet. Der IPG gehören Experten aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung an, die bei den Projekten der "Sozialen Stadt Münster" zusammenwirken. Dies sind neben der Bezirksvorsteherin Vertreter der Planungsabteilung, der Fachbereiche Jugend, Soziales, Wohnungswesen und der Fachämter Garten-, Friedhofs- und Forstamt sowie Tiefbauamt. Hier werden die aus der Bürgerbeteiligung hervorgegangenen Projekte und Planungen beraten und ihre Umsetzung betrieben. Die Finanzierbarkeit und die Möglichkeiten der Förderung werden geprüft, Planungen werden abgestimmt, Entscheidungen der politischen Gremien werden vorbereitet und zur Abstimmung gegeben.

Stadtentwicklung

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