Eduard-Pfeiffer-Platz

## Umgestaltung des Eduard-Pfeiffer-Platzes Der Eduard-Pfeiffer-Platz (auch Teckplatz) ist in Stuttgart-Ost der Mittelpunkt der Siedlung Ostheim. Er bildet sich durch die Kreuzung von Teck- und Landhausstraße, von Westen stößt die Neuffenstraße hinzu. Der Platz liegt zwischen Ostendplatz und Lukasplatz mit Lukaskirche. Er wirkt hinsichtlich seiner Verkehrsfläche überdimensioniert, kahl und bietet keinerlei Aufenthaltsmöglichkeiten. Zudem weist der Platz keine signifikant hohe Verkehrsbelastung auf. Vom Durchgangsverkehr wird er zum Teil als Abkürzung benutzt oder als Erschließungsfunktion zu den jeweiligen Hausquartieren. Das historische Pflaster ist siedlungsprägend und soll bei der Umgestaltung des Platzes erhalten bleiben. Namensgeber des Platzes war der in Stuttgart lebende Bankier, Genossenschaftler, Sozialreformer und Ehrenbürger Eduard Peiffer. Die interessante Entstehungsgeschichte dieser Siedlung, sowie das Leben Pfeiffers, wurden durch den Chronisten Bernd Langner ausführlich dargestellt und sollen hier in Teilen zitiert werden. ### Ein Exkurs in die Geschichte Ostheims Bernd Langer hat über Ostheim für das Digitale Stadtlexikon zwei Artikel verfasst, die die Geschichte der "Kolonie Ostheim" näher beleuchten und auch dessen Charakter näherbringen: "\[...\] 1866 wurde auf Anregung Eduard Pfeiffers der ‚'Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen' gegründet, dem er von 1876 bis 1921 selbst vorstand und der bis heute als 'Bau‐ und Wohnungsverein Stuttgart' besteht. Zur 'Förderung der Interessen und Hebung der sittlichen und wirtschaftlichen Zustände der arbeitenden Klassen,' wie es in den Statuten hieß, gehörte auch die Beschaffung von Wohnraum. Zwar hatte der Verein über 100 einflussreiche Mitglieder, doch es war Pfeiffer, der den größten Teil der Vereinsarbeit durch persönliche Stiftungen, Schenkungen und günstige Darlehen finanzierte, die Kontakte zu Unternehmen und Kaufleuten, Banken, dem Königshaus und der Stadt pflegte und seine Ideen, Theorien, Erlebnisse und praktischen Erfahrungen einbrachte. Die meisten Projekte bestehen noch heute. Die größten Anstrengungen unternahmen Pfeiffer und der Verein im Bereich der Wohnungsfürsorge in der rasant wachsenden Stadt. 1890 beschloss der Verein unter der Führung Pfeiffers das Siedlungsprojekt 'Billige Wohnungen für kleine Leute'. Schon der Titel beschreibt, dass die Zielgruppen nicht allein unter den Arbeitern gesucht wurden, sondern unter den Geringverdienern jeder Art. So entstanden unter der Bauherrschaft des Vereins vier große Siedlungen in verschiedenen Teilen Stuttgarts, eine davon ist Ostheim (1891-1901 mit 1.300 Wohnungen).\[...\]" **Zitiert aus:** Bernd Langner, Eduard Pfeiffer (1835-1921), publiziert am 19.04.2018 in: Stadtarchiv Stuttgart, Digitales Stadtlexikon: [www.stadtlexikon-stuttgart.de/article/a2e61bbf-3f87-4957-8c19-d79b2e1f6c69/1/Eduard\_Pfeiffer\_%281835-1921%29.html](https://www.stadtlexikon-stuttgart.de/article/a2e61bbf-3f87-4957-8c19-d79b2e1f6c69/1/Eduard_Pfeiffer_%281835-1921%29.html) ### Bauliche Besonderheiten Die Siedlung weist eine Reihe von baulichen Besonderheiten auf, die zu damaliger Zeit im Wohnungsbau noch nicht üblich waren und die die soziale sowie gesundheitsbezogene Bedeutung der Bauweise prägen. Dazu ein Zitat aus einem weiteren Artikel Bernd Langers aus dem Digitalen Stadtlexikon: "\[...\] Die offene, landhausartige Bauweise der Siedlung, deren kleinen Gebäude in einem Drei‐Meter‐Abstand voneinander errichtet wurden, war das Ergebnis von Pfeiffers langjähriger Beschäftigung mit dem Arbeiterwohnungsbau und seinen Reisen durch europäische Industriezentren. Die dadurch erreichte optimale Luftzirkulation sowie die günstige Belichtung der Wohnungen entsprachen den damaligen Forderungen nach zeitgemäßer Wohnhygiene in Deutschland. Auf der Basis von nur vier Grundtypen entwarfen Heim und Hengerer zwei‐ bis dreigeschossige Einzel‐ und Doppelhäuser aus Backstein, die mit Naturstein und Zierfachwerk verziert wurden. In der gesamten Siedlung war kein Haus wie das andere; sie unterschieden sich durch Türmchen, Giebel, Erker und Balkone sowie durch unterschiedliche Fensterstellungen. Auf diese Weise wurde die Siedlung aber nicht nur besonders abwechslungsreich gestaltet, weshalb sie in der zeitgenössischen Fachliteratur im Jahr 1901 als 'Arbeiter‐Villenkolonie' bezeichnet wurde. Mehr noch war die Gestaltungsweise ein weiterer Baustein in der Vorstellung Pfeiffers, die Bewohner zu individualisieren und ihnen eine bürgerliche Umgebung zu geben. Es kam hinzu, dass es jeweils einer Partie eines Hauses ermöglicht wurde, das Haus oder den Hausanteil in einer Art Mietkaufsystem zu erwerben. Um Spekulation vorzubeugen, wurden entsprechende Bestimmungen in den Verträgen verankert und dem Verein ein Erstkaufrecht eingeräumt. Auf diese Weise wurden die Bewohner selbst zu Besitzenden. \[...\]" "\[...\] Auch die Grundrisse weisen nur wenige Spielarten auf. Eine Dreizimmerwohnung hatte üblicherweise eine Fläche zwischen 50 und 60 Quadratmetern. Ihr besonderes und in Deutschland bis dato bei vergleichbaren Aufgaben einmaliges Merkmal ist der Verzicht auf 'gefangene Zimmer'. Stattdessen ist jeder Raum direkt vom Wohnungsflur erreichbar, wodurch Konflikte unter den Familienmitgliedern vermieden werden konnten. Auch dies war ein erklärtes Ziel Pfeiffers: die Persönlichkeitssphäre zu wahren, wo es angesichts der alles andere als großzügigen Verhältnisse möglich war, um Spannungen zu verhindern. Ähnliches galt auch für das Miteinander der Mietparteien in einem Haus. Die Gebäude waren daher nur für jeweils zwei bis vier Familien geplant und hatten auf den Rückseiten einen Gartenanteil zur Eigenversorgung. \[...\]" **Zitiert aus:** Bernd Langner, Kolonie Ostheim, publiziert am 11.10.2021 in: Stadtarchiv Stuttgart, Digitales Stadtlexikon: [www.stadtlexikon-stuttgart.de/article/0c1cbd05-322d-4a41-8362-700a516dbbc9/2/Kolonie\_Ostheim.html](https://www.stadtlexikon-stuttgart.de/article/0c1cbd05-322d-4a41-8362-700a516dbbc9/2/Kolonie_Ostheim.html) **Quelle:** Digitales Stadtlexikon, [www.stadtlexikon-stuttgart.de/dts/](https://www.stadtlexikon-stuttgart.de/dts/)

Stadtentwicklung, Aktiv, Stuttgart-Ost, Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtbezirks

Wie soll der Platz künftig aussehen?

Rückblick auf die Bürgerbeteiligung zum Eduard-Pfeiffer-Platz.

Alle Ergebnisse ansehen