Fortschreibung des Stuttgarter Radverkehrskonzepts 2022

## Stuttgart zu einer fahrradfreundlichen Stadt machen Der Stuttgarter Gemeinderat hat im Februar 2019 beschlossen, die Landeshauptstadt fahrradfreundlicher zu machen. Der Fahrradförderung wurde ein hoher Stellenwert zugewiesen, um das Ziel einer nachhaltigen Mobilität zu unterstützen. Die bisherige Grundlage für eine solche Förderung war das Radverkehrskonzept von 2009. Doch haben sich in den letzten Jahren Regelwerke, Anforderungen an die Infrastruktur und die Inhalte von Radförderprogrammen erheblich verändert. Deshalb soll das Radverkehrskonzept fortgeschrieben - also ergänzt und aktualisiert - werden. ### Wie läuft die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts? Um zu ermitteln, wie die Radverkehrsförderung der Stadt Stuttgart aktuell bewertet wird und wo Verbesserungen wünschenswert sind, wurde ein zweigleisiger Prozess gewählt. Ziel ist es, die Meinungen der Einwohnerinnen und Einwohner zu erfahren und verschiedene Akteure der Radverkehrspolitik einzubinden. Beide Gruppen - interessierte Bürgerinnen und Bürger und die Akteure - haben die Möglichkeit, zeitgleich ihre Ansichten zu äußern. Anschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und fließen in die Fortschreibung mit ein. ### Wie können Stuttgarterinnen und Stuttgarter mitmachen? Von Ihnen, den Einwohnerinnen und Einwohnern, wollten wir erfahren, wie Sie über das Thema Fuß- und Radverkehr in Stuttgart denken. Dazu konnten Sie **vom 14. März bis 4. April 2022** bei einer Online-Umfrage mitmachen. Die Fragen zum Fußverkehr sind deshalb von Bedeutung, da sich Rad- und Fußverkehr bisher oft die gleichen Flächen teilen, doch sollen sie nicht miteinander konkurrieren, sondern durch richtige Planung und Ausbau künftig ergänzen. Es ist also sinnvoll beide zusammen zu bertrachten. ### Wie beteiligen sich die verschiedenen Akteure? Anders als die Stuttgarterinnen und Stuttgarter beteiligten sich die verschiedenen Akteure in einer Evaluationsgruppe im Rahmen eines sogenannten Bicycle Policy Audit-Verfahrens (BYPAD). Die BYPAD-Gruppe oder Evaluationsgruppe bestand aus beteiligten Akteuren der Radverkehrspolitik, die in verschiedenen Rollen Einfluss auf die Radverkehrsförderung der Landeshauptstadt haben. Neben Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen, Nutzerverbänden und Interessensgruppierungen wie z.B. ADFC, ADAC, VCD oder Stadtseniorenrat haben auch die beteiligten Fachämter jeweils eine(n) Vertreterin in die Evaluationsgruppe entsandt. Die Stadtverwaltung der Landeshauptstadt ist damit Teil des BYPAD-Verfahrens. ![Grafik mit dem Logo der BYPAD-Gruppe in der Mitte und Listen zu Fraktionen des Gemeinderats, städtischen Ämtern sowie Vereinen, Verbänden und Interessengruppen in Stuttgart auf gelbem Hintergrund.](https://crowdi.nbg1.your-objectstorage.com/customers/3d5d5588-e07c-43d2-9fec-64c93b354b56/files/general/1775132596230-dhne82.webp)![Grafik: Stadt Stuttgart](media/info-000-6228cd7e7bf32420ed0f70b2.jpg) ### Was ist BYPAD? BYPAD - Bicycle Policy Audit - eignet sich gut, um Qualitätsverbesserungen bei der kommunalen Radverkehrsförderung zu begutachten. Es basiert auf internationaler Best Practice und gibt einen Überblick über die angewandten Maßnahmen und Strukturen in der lokalen Radverkehrsförderung. Fast 200 Städte aus 24 Ländern haben an diesem Verfahren bereits teilgenommen. ### Warum ein solches Verfahren? Anhand von BYPAD können sehr gut systematisch der aktuelle Ist-Zustand festgestellt und Schwerpunkte für die weitere Rad- und Fußverkehrsförderung gemeinsam festgelegt werden. Beides wird als Grundlage für Aktualisierung des Radverkehrskonzeptes genutzt. Ziel ist es, am Ende eine neue Leitlinie mit einem entsprechenden Handlungsprogramm zu erstellen. Die Ergebnisse daraus dienen anschließend als Grundlage für die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts. Im Anschluss daran werden Maßnahmenpakete erarbeitet und die einzelnen Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs priorisiert und wichtigen Teilbereichen zugeordnet. ### Wie läuft BYPAD ab? BYPAD besteht aus mehreren Schritten. Zeitgleich zur startenden Umfrage für die Einwohnerinnen und Einwohner begann mit BYPAD in einem ersten Schritt eine Analyse der bestehenden Verkehrssituation für den Fuß- und Radverkehr. Es wurde eine Stärken- und Schwächenanalyse der bisherigen Radverkehrsaktivitäten durchgeführt. Dazu haben die beteiligten Akteure einen europaweit zertifizierten Fragebogen mit insgesamt 30 Fragen zum Radverkehr erhalten. Zusätzlich wurde von der Akteursgruppe auch die Fußverkehrsförderung betrachtet. Dafür wurde ein Fragebogen eigens für die Landeshauptstadt neu erstellt, den die Akteure ebenfalls beantworten. Die Ergebnisse aus der Umfrage in der Akteursgruppe wurden bei einem ersten Treffen vom Auditor Mitte März 2022 vorgestellt und in der BYPAD-Gruppe diskutiert. Bei zwei weiteren Treffen im April 2022 mündeten diese Ergebnisse dann in Schwerpunkte und einen Handlungsleitfaden, die als Grundlage für das neue Radverkehrskonzept dienen. Hier flossen auch die Ergebnisse aus der Umfrage an die Einwohnerinnen und Einwohner ein. Im Frühsommer 2022 wurden die Ergebnisse der Gespräche und die gemeinsamen Leitlinien der zukünftigen Rad- und Fußverkehrsförderung vorgestellt. Die Landeshauptstadt bekam das BYPAD-Zertifikat, welches das aktive Bestreben der Stadt bestätigt, die Qualität ihrer Radverkehrspolitik zu verbessern. Die Moderation und Dokumentation des Verfahrens erfolgte durch das Planungsbüro team red, das über einen zertifizierten Auditor verfügt und mit der Durchführung des Verfahrens beauftragt wurde. ![Flussdiagramm mit fünf farblich abgesetzten Schritten zur Bürgerbeteiligung und Konsensgesprächen der Bypad-Gruppe, beginnend mit Ausfüllen des Fragebogens und endend mit Abschlussbericht und Bypad-Zertifikat](https://crowdi.nbg1.your-objectstorage.com/customers/3d5d5588-e07c-43d2-9fec-64c93b354b56/files/general/1775132482662-pvq18r.webp)![Grafik: Stadt Stuttgart](media/info-000-6228cdcb069404713a4545e2.jpg)

Stadtentwicklung, Verkehr/Mobilität, Abgeschlossen, Stadtweit, Alle Einwohnerinnen und Einwohner

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