Bahnhofsplatz in Bad Cannstatt
## Umgestaltung des Bahnhofsplatzes in Bad Cannstatt
**Um der Funktion als attraktiver urbaner Aufenthaltsraum und Empfangsplatz des Stadtbezirks Bad Cannstatt gerecht zu werden, wurde der Bahnhofsplatz bis zur Fußball-Europameisterschaft 2024 umgestaltet. Bereits 2021 wurde ein Vergabeverfahren für die Planung in Kombination mit einem Gestaltungswettbewerb gestartet, der von den Planungsbüros BPR Kühne & Partner und lad+ Landschaftsarchitektur Diekmann gewonnen wurde.**
### Informieren Sie sich
Bevor mit den Arbeiten im Mai 2023 begonnen wurde, bot die Landeshauptstadt interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Informationsabend an, auf dem sie mehr über die Umgestaltung erfahren und Fragen stellen konnten. Dieser fand am 5. Dezember 2022 im kleinen Kursaal in Bad Cannstatt ab 18 Uhr statt.
### Ursprüngliche Situation
Aufgrund seiner Lage im Zentrum Bad Cannstatts stellt der Bahnhofsplatz bereits heute ein stark frequentiertes Ziel dar. Neben dem Bahnhof als Verkehrsknoten finden sich Einzelhandel, Gastronomie, Sportangebote, wie auch Arbeitsstätten und Wohnen. Heute wird der Platzbereich stark von der Nebenfahrbahn und der dortigen Kiss+Ride-Funktion dominiert und durch die verschiedenen Wege "zerschnitten". Zahlreiche "wild" abgestellte Fahrräder an Bäumen zeigen, dass hier zudem ein großer Bedarf für Radstellplätze herrscht. Geprägt ist der Platz von sieben vorhanden Bäumen, der überwiegende Teil des Platzes hingegen vorwiegend versiegelt.
### Die Umgestaltung
Der Bahnhofsplatz in Bad Cannstatt soll bis zur Fußball‐Europameisterschaft 2024 umgestaltet werden. Dabei soll unter anderem der Fuß‐ und Radverkehr gestärkt werden. Hierfür wird die Nebenfahrbahn nun zurückgebaut und ein großer Platzbereich geschaffen. Die Durchfahrt über den Platz ist zukünftig zwischen Frösnerstraße und Parkhaus Wilhelmsplatz in beide Fahrtrichtungen für den allgemeinen Kfz-Verkehr unterbrochen. Die Zufahrt zum Parkhaus Wilhelmsplatz wird nach wie vor über die König-Karl-Straße möglich sein. Busse, Taxen und Lieferverkehr können aber weiterhin aus Richtung König-Karl-Straße zum Bahnhof gelangen. Auch werden dort weiterhin Behindertenstellplätze zur Verfügung stehen.
Ziel der Planung ist zudem, die Kiss+ Ride-Funktion in die östliche Bahnhofstraße sowie auf die Südseite des Bahnhofs zu verlagern. Hierfür sollen die Parkplätze auf beiden Seiten des Bahnhofs neu geordnet werden. Damit breitere Gehwege für die starken Fußverkehrsströme geschaffen werden können, wird die Anzahl der Parkplätze entlang der Bahnhofstraße reduziert.
Aus stadtklimatischen Gründen und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität werden die bestehenden Baumstandorte erhalten und um sieben weitere Bäume ergänzt. Pflasterflächen werden entsiegelt und großflächige Grünbeete angelegt. Die Wasserversorgung für diese grünen Bereiche wird ebenfalls verbessert. Das Oberflächenwasser des gesamten Platzbereich soll zu den Bäumen und Grünflächen geleitet werden, um dort versickerern zu können. Im Ergebnis soll ein Platz mit deutlich mehr Grün enstehen; sowohl in der Fläche, als auch im Hinblick auf schattenspendende Bäume.
Um Sitzmöglichkeiten im Schatten der Bäume zu schaffen, werden die Grünbeete rings um die Bäume mit Sitzbänken eingefasst. Zudem ist ein Trinkbrunnen im Bereich des Fußgängerüberwegs in der Achse Bahnhofstraße geplant. Das bestehende Eisenbahnkunstwerk wird ebenfalls umgesetzt, erhält einen neuen Sockel und wird nach dem Versetzen durch das Kulturamt restauriert.
Ebenfalls komplett neu wird die Beleuchtung auf dem Bahnhofplatz und in den angrenzenden Straßen. Die bisherige Beleuchtung wird durch Leuchtstelen ersetzt. Zudem werden die Sitzbänke mit einer Effektbeleuchtung unter den Sitzflächen versehen.
Der in die Jahre gekommene Kiosk soll abgebrochen werden. Zukünftig soll ein neuer Kioskstandort seitlich des Platzes ermöglicht werden, der weiterhin fußläufig gut zu erreichen ist. Der Kiosk soll kombiniert mit der geplanten Radsammelgarage angeordnet werden. Bezüglich der Erstellung des neuen Kiosks sowie dem zukünftigen Pacht- und Betriebskonzept befindet sich die Stadt in Gesprächen mit den bisherigen Eigentümern.
### Überarbeitung der Verkehrswege
Durch die Verbreiterung der Gehwege und das Anlegen neuer Radinfrastruktur sowie urbaner Freiräume werden die Flächen zu Gunsten des Fuß‐ und Radverkehrs neu verteilt. Um das Angebot für den Radverkehr auszuweiten – gerade auch im Hinblick auf die Hauptradrouten 6 und 33 –, soll in der Eisenbahnstraße / Bahnhofstraße eine Fahrradstraße eingerichtet werden und weiter über die Deckerstraße führen. Dadurch soll eine attraktive Radverkehrsanbindung des Bahnhofs gewährleistet werden, die aber für ÖPNV, Taxen und Anlieferungen weiter zugänglich ist.
Mit der Stärkung der Fuß- und Radinfrastruktur müssen auch die Radabstellanlagen für die Belange von Kurzzeit-, Tages- und Langzeitparkern neu ausgelegt werden. Das Angebot an Anlehnbügeln wird hierfür auf rund 100 Stellplätze erweitert. Zudem ist für Tages- und Langzeitparker eine Radgarage mit 20 Stellplätzen vorgesehen. Unabhängig von der Umgestaltung des Platzes hat auch die DB AG hier signalisiert, an der Ostseite des Bahnhofgebäudes Flächen für eine weitere Radgarage mit bis zu 90 Stellplätzen zur Verfügung zu stellen. Außerdem soll das bestehende Angebot von RegioRadStuttgart an der Stelle am Bahnhofsgebäude erhalten werden. Die zur Verfügung stehende Fläche könnte sich jedoch geringfügig zugunsten einer Außengastronomiefläche reduzieren. Für E-Scooter sind Stellflächen vorgesehen, um das ungeordnete Abstellen dieser auf dem Platz zu regulieren.
Die weiteren Fußwege und Flächen in der Eisenbahnstraße und der Bahnhofstraße werden mit einem sickerfähigen Pflasterbelag in passender Optik gestaltet, während die Fahrbahn aufgrund der Belastungen durch den Bus- und Lieferverkehr in Asphalt hergestellt wird. Hierbei soll ein farblich angepasster Sonderasphalt aufgebracht werden. Lediglich im Bereich der stark belasteten Bushaltestellen wird die Fahrbahn in Beton hergestellt.
Sowohl die Zugänge zum Bahnhofsgebäude als auch die Fußwege im Platzbereich sowie die Bushaltestellen werden barrierefrei hergestellt. Insbesondere ein neues Podest mit Rampe am Haupteingang und neue Blindenleitlinien sowie abgesenkte Bordsteine an den Fußgängerüberwegen erzielen deutliche Verbesserungen im Hinblick auf die Barrierefreiheit.
### Zeitplan
Mit den Umbaumaßnahmen wurde im Mai 2023 begonnen. Die Bauzeit betrug rund ein Jahr. Aufgrund des engen Zeitplans bis zum Beginn der Fußball EM 2024 wurde die Bauablaufplanung so gestaltet, dass die zentralen Bereiche des Platzes sowie die Verbindungswege zum Stadion vorrangig hergestellt wurden.
Stadtentwicklung, Bad Cannstatt, Abgeschlossenes Projekt, Beteiligung beendet, Alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter, Baumaßnahme
Ergebnisse
Ergebnisse der Umgestaltung