IBA'27: Böckinger Straße

**Thema:** Stadtentwicklung,Baumaßnahme **Projektziel:** Bau eines integrierten Stadtquartiers **Zielgruppe:** Alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter --- ## Innovatives Miteinander in Wohn- und Freiräumen **Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) entwickelt unter Mitwirkung der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V. (eva) eine Fläche an der Böckinger Straße in Zuffenhausen-Rot und bezieht die Bürgerinnen und Bürger in die Planungen ein. Insgesamt sollen auf der 5,8 Hektar großen Fläche rund 400 neue Wohnungen für verschiedene Nutzergruppen um eine gemeinschaftliche Quartiersmitte gebaut werden. Das****Quartier soll im Rahmen der IBA'27 einen exemplarischen Beitrag für die hochwertige und nachhaltige Entwicklung eines integrativen Wohnquartiers leisten.** Es wird ein lebendiges, sozial durchmischtes Stadtquartier in qualitätsvoller Gestaltung für verschiedene Nutzergruppen entstehen. Das Viertel soll eine Vorbildfunktion für zeitgemäße und innovative Wohn- und Bauformen erfüllen, insbesondere im kostengünstigen Wohnungsbau sowie im sozialen Miteinander der Bewohnerinnen und Bewohner. Das Quartier an der Böckinger Straße ist eines der großen Wohnbauentwicklungsgebiete der nächsten Jahre in Stuttgart. Dort plant die SWSG um eine gemeinsame Quartiersmitte ca. 400 Wohneinheiten, davon ein hoher Anteil im sozial geförderten Mietwohnungsbau. Für einen Teil der Wohnungen sollen im Rahmen der IBA'27 innovative Vorschläge aufgezeigt werden, beispielsweise für flexible Wohn- bzw. Grundrissformen, experimentelle Bautypologien oder neue ökologische bzw. technische Ansätze beim Bauen. Integrativer Bestandteil des neuen Wohnquartiers ist die vor Ort bereits seit Jahren etablierte eva, die im ortsbildprägenden Immanuel-Grözinger-Haus (IGH) Wohnraum für alleinstehende Männer bietet. Zur Einrichtung zählt neben dem Wohnheim ein großer Nachbarschaftsgarten, der den Bewohnern Möglichketen der Beschäftigung bietet und allen Anwohnerinnen und Anwohnern des Quartiers schon heute offensteht. Dieser Garten soll in Teilen erhalten bzw. angemessen erweitert werden. Hierfür stehen Flächen im östlichen Teil des Gebiets zur Verfügung. Im Hinblick auf das Wohnraumangebot der eva ist geplant, einen Teil der Heimplätze aus dem Immanuel-Grözinger-Haus in das neue Quartier zu verlagern und dort zu integrieren. Auch soll südlich angrenzend an das IGH ein Neubau am Rotweg mit etwa 60 Wohneinheiten entstehen. Insgesamt wird damit eine Entwicklung von etwa 460 neuen Wohneinheiten im Quartier angestrebt. Angedacht ist, dass die Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Viertels, des Immanuel-Grözinger-Hauses (IGH) und des Bestandsquartiers zusammen Sharing-Modelle umsetzen, etwa für urbanes Gärtnern. Gemeinschaftlichkeit soll dabei gefördert werden. Eine Nutzungsmischung aus Wohnen, sozialen und gemeinschaftlichen Einrichtungen, Co-Working-Bereichen und Ateliers sowie einem Café wird angestrebt. Es entsteht ein nachhaltiges Quartier, in dem Instrumente der Klimaanpassung zum Einsatz kommen. Auch soll das Viertel möglichst frei von Pkw gehalten werden, um die Aufenthalts- und Umweltqualität zu erhöhen. Der international ausgelobte Planungswettbewerb wurde im Januar 2020 entschieden, zum Sieger wurde der Entwurf von Hild und K mit Studio Vulkan gekürt (siehe Reiter "[Ergebnisse](/content/bbv/details/356/?tab=2)"). Im neuen Quartier werden auch eine Begegnungsstätte und eine Kindertagesstätte realisiert. Dabei soll die Begegnungsstätte zu einem Treffpunkt für alle im Stadtteil Rot werden. Aufbauend auf dem städtebaulichen Entwurf des ersten Preisträgers aus dem Planungswettbewerb, haben verschiedene Architekturbüros im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung für diese beiden Gebäude Ideen und Konzepte entwickelt. Gewonnen hat hier der Entwurf des Büros UTA Architekten aus Stuttgart (siehe ebenfalls den Reiter ["Ergebnisse"](/content/bbv/details/356/?tab=2)). Gemeinsam mit den Architektinnen und Architekten werden derzeit auf Basis des Wettbewerbsentwurfs in einem engen Dialog zwischen der SWSG, der eva, der IBA‘27 GmbH und der Landeshauptstadt Stuttgart die Planung für das Quartier weiter konkretisiert und der neue Bebauungsplan erstellt. Bis 2027 wird im Rahmen der IBA an der Böckinger Straße ein neues zukunftsweisendes Quartier entstehen. **Weitere Informationen zum Projekt an der Böckinger Straße finden Sie auf der Website der SWSG unter[www.swsg.de/boeckinger-strasse.html](https://www.swsg.de/boeckinger-strasse.html).** --- ## Bürger konnten sich beteiligen Die Bürgerbeteiligung zum Quartier an der Böckinger Straße startete mit einem Informations- und Dialogabend am 31. Januar 2019 im Bürgerhaus Rot. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten dort Anregungen und Anliegen einbringen sowie Fragen zum Vorhaben stellen. Die vielen Anregungen und Hinweise der Teilnehmenden flossen in die Auslobung eines Planungswettbewerbs ein, der tragfähige und nachhaltige Konzepte für ein sozial gemischtes Wohngebiet finden soll. Darüber hinaus wurden an diesem Abend Bürgervertreterinnen und -vertreter bestimmt, die den weiteren Planungsprozess an der Böckinger Straße begleiten und als Multiplikatoren fungieren. Der Planungswettbewerb endete mit der Tagung des Preisgerichts am 20. Januar 2020. Im Anschluss daran wurden die eingereichten Arbeiten öffentlich ausgestellt und konnten von interessierten Bürgerinnen und Bürgern besichtigt werden. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter dem Reiter [**"Teilnehmen"**](/content/bbv/details/356?tab=1#teilnehmen). ### Ihre Ideen waren gefragt **Wie soll die neue Quartiersmitte aussehen? Welche Angebote sind in der neuen Begegnungsstätte gewünscht? Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) und die Stadt Stuttgart haben zum Mitmachen und Mitgestalten aufgerufen. Alle Stuttgarterinnen und Stuttgarter, insbesondere aber die Bewohnerinnen und Bewohner aus Rot, konnten sich in der Ideenfindung rund um das neue Zentrum einbringen. Dafür stand ein Fragebogen der SWSG zum Ausfüllen bereit.** --- ## Planungswettbewerb - innovative Konzepte gesucht Um das genannte Ziel eines Quartiers mit Vorbildfunktion im sozialen und baulichen Bereich zu verwirklichen, startete ein Planungswettbewerb. Dazu wurden Vorgaben definiert, die den Rahmen des Wettbewerbs bildeten: * Entwicklung eines lebendigen, sozial durchmischten Stadtquartiers für verschiedene Nutzergruppen * hohe gestalterische Qualität, architektonisch vielfältig * gute Verträglichkeit mit dem vorhandenen Stadtraum * urbane Qualität schaffen * attraktive Gestaltung der Freiräume innerhalb des Quartiers * Vernetzung mit den angrenzenden Wohnquartieren, sowie den umliegenden Naherholungs- und Landschaftsgebieten * Schaffung einer Quartiersmitte als sozialem Treffpunkt * belebte Erdgeschosse * Dachbegrünungen und weitere ökologische Maßnahmen * Erhalt des Immanuel-Grözinger-Hauses als städtebauliche Landmarke im Stadtteil Ziel ist es, das bereits vorhandene Wohnraumangebot im Stadtteil mit dem neuen Quartier quantitativ und qualitativ zu ergänzen. Das Stadtbild, der öffentliche Raum sowie die wohnungsnahen Freiräume sollen weiter aufgewertet werden. ### Autoarmes Quartier Das neue Quartier soll als möglichst autoarmes Quartier entwickelt und die Anzahl der notwendigen Stellplätze je Wohneinheit reduziert werden. Bewohner-Stellplätze sind in private Tiefgaragen zu integrieren und Besucher-Stellplätze auf privaten Grundstücksflächen unterzubringen. Konzepte für Quartiersgaragen sind denkbar. Im Rahmen des Wettbewerbs soll außerdem ein Mobilitätskonzept mit innovativen Ideenansätzen erarbeitet werden. ### Lärmbelastung reduzieren Insbesondere durch die östlich an das Plangebiet angrenzende Bahnstrecke Untertürkheim – Kornwestheim mit nächtlicher Nutzung für den Güterverkehr ist das Plangebiet teils erheblich mit Lärm belastet. Um dennoch eine Wohnnutzung zu ermöglichen, sind Schallschutzmaßnahmen an der Bahnstrecke notwendig. Darüber hinaus ist ein Teilbereich, der unmittelbar an die Bahnstrecke angrenzt, für eine Wohnnutzung nicht geeignet. Weitere umweltrelevante Belange, wie etwa stadtklimatische Aspekte oder Niederschlagswassermanagement, sollen im Rahmen der Wettbewerbsbearbeitung ebenfalls berücksichtigt werden. Für die Entwicklung des neuen Quartiers ist zudem die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. Die planerische Grundlage für den Bebauungsplan bildet der städtebauliche Entwurf des ersten Preisträgers aus dem Wettbewerb (siehe Reiter "[Ergebnisse](/content/bbv/details/356?tab=2)"). --- ## Die Böckinger Straße als IBA'27-Vorhaben Der Gemeinderat hat am 24. Januar 2019 beschlossen, neben anderen Vorhaben auch das Quartier an der Böckinger Straße als IBA-Potenzial für die Internationale Baustellung 2027 (IBA’27) einzureichen. Das Vorhaben wurde mittlerweile als eines von mehreren Projekten in das IBA’27-Netz aufgenommen. Das Quartier an der Böckinger Straße soll im Rahmen der IBA’27 als exemplarischer Beitrag für eine hochwertige und nachhaltige Entwicklung eines integrativen Wohnquartiers präsentiert werden. Um diesem Leitbild und den Vorgaben der IBA'27 möglichst gerecht zu werden, wurden Voraussetzungen für das Quartier erarbeitet, die auch Anregungen und Hinweise aus der Bürgerinformationsveranstaltung im Januar 2019 berücksichtigen. Daraus sollen im Rahmen der IBA’27 innovative, zukunftsweisende Projektideen entwickelt werden: * nachhaltiger Umgang mit Fläche, Raum und Ressourcen * neue Formen der Partizipation und solidarische Konzepte des Teilens, u.a. mit Konzepten für ein innovatives Miteinander in Wohn- und Freiräumen * multifunktionale öffentliche Räume für Kommunikation, Begegnung und kulturellen Austausch * experimentelle, flexible Wohnformen bzw. Nachbarschaftsmodelle und innovative Grundrisstypologien * Stärkung der Baukultur und neue Wege der Gestaltung, u.a. mit Konzepten für preiswertes Bauen in beispielhaft gestalteter Architektur * neue klimagerechte, energieschonende und ökologische Technologien und Prozesse beim Planen und Bauen * ressourcenschonende und stadtverträgliche Formen der Mobilität Über diese Aspekte hinaus wurden weitere Ideen von den Wettbewerbsteilnehmern gewünscht. So ist ein auf das Quartier bezogenes Gesamtkonzept als zu entwickeln, das die aufgeführten Voraussetzungen berücksichtigt und Ideenansätze in Bezug auf die Ziele der IBA‘27 formuliert. Das gilt ebenso für die Einzelbausteine innerhalb des Quartiers, Neben dem Planungswettbewerb haben sich im Sommer 2019 im Rahmen der IBA'27 Studierende verschiedener nationaler und internationaler Hochschulen in der IBA School mit dem Quartier an der Böckinger Straße beschäftigt. Die Ergebnisse der Arbeiten wurden im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. --- ## Der bisherige Projektverlauf im Überblick * **2015** Erste Abstimmungsgespräche mit dem Grundstückseigentümer und den zuständigen Behörden seitens der SWSG * **2017** Fertigstellung der Machbarkeitsstudie * **2018** Erarbeitung der Rahmenbedingungen sowie der Aufgabenstellung des Planungswettbewerbs * **Januar 2019** Info- und Dialogabend mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Die Anregungen und Hinweise der Bürgerbeteiligung sind in die Wettbewerbsauslobung eingeflossen. Zwei Bürgervertretende wurden festgelegt. * **Juli/August 2019** IBA-Summerschool (Workshop von Studierenden verschiedener Hochschulen) mit Ausstellung und Informationen vor Ort an der Böckinger Straße sowie Befragung der Anwohnenden * **September 2019** Start des europaweit ausgeschriebenen Realisierungs- und Ideenwettbewerbs * **Januar 2020** Tagung des Preisgerichts unter Teilnahme der Bürgervertreterinnen und -vertreter * **Januar/Februar 2020** Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse im Bürgerhaus Rot und im Amt für Stadtplanung und Wohnen * **Seit 2020** Informationen auf dem Beteiligungsportal über die Wettbewerbsergebnisse und den weiteren Projektverlauf * **Ab Februar 2020** Vertiefende Weiterentwicklung des Entwurfs des 1. Preisträgers * **Juli 2020** Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Fragebogenaktion in analoger und digitaler Form zur Gestaltung der Quartiersmitte * **Oktober bis Dezember 2020** Planerische Mehrfachbeauftragung zur Quartiersmitte unter Einfluss der Ideen aus der Bürgerbeteiligung in die Aufgabenstellung * **2021/2022** Workshops mit Expertinnen und Experten unter Teilnahme der Bürgervertreterin * **Juli 2021** Präsentation des aktualisierten Planungsstands in öffentlicher Sitzung der politischen Gremien (u. a. Bezirksbeirat Zuffenhausen) * **September 2022** Tag des offenen Rathauses mit Ausstellung und Informationen über den aktuellen Projektstand * **Juni/Juli 2023** IBA-Festival mit Ausstellung und Informationen über den aktuellen Projektstand vor Ort an der Böckinger Straße * **Oktober 2023** Einwohnerversammlung Zuffenhausen mit Ausstellung und Informationen über den aktuellen Projektstand * **September 2024** Tag des offenen Rathauses mit Ausstellung und Informationen über den aktuellen Projektstand * **Juli 2024** Präsentation des Bebauungsplan-Entwurfs in öffentlicher Sitzung der politischen Gremien (u. a. im Bezirksbeirat Zuffenhausen) * **August/September 2024** Öffentliche Auslegung der Bebauungsplan-Unterlagen im Amt für Stadtplanung und Wohnen, im Bezirksamt Zuffenhausen und online mit der Möglichkeit zur Abgabe einer Stellungnahme --- ## Innovatives Miteinander in Wohn- und Freiräumen Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) möchte unter Mitwirkung der Evangelischen Gesellschaft (eva), ein im Flächennutzungsplan (FNP) als geplantes Wohngebiet dargestellte Fläche an der Böckinger Straße in Zuffenhausen-Rot entwickeln. Ein kleinerer Teil im östlichen Bereich des Gebiets ist im FNP als Grünfläche dargestellt. Das komplette Gebiet hat eine Gesamtfläche von etwa 5,4 Hektar. Die SWSG möchte dort ein lebendiges, sozial durchmischtes Stadtquartier in qualitätsvoller Gestaltung für verschiedene Nutzergruppen entwickeln. Das neue Quartier soll eine Vorbildfunktion sowohl im Hinblick auf zeitgemäße und innovative neue Wohn- und Bauformen insbesondere im geförderten Wohnungsbau als auch im sozialen Miteinander unterschiedlicher Nutzer haben. Damit bist das angedachte Quartier an der Böckinger Straße eines der großen Wohnbauentwicklungsgebiete der nächsten Jahre in Stuttgart. Zurzeit findet hierzu ein Planungswettbewerb statt. Es sollen tragfähige und nachhaltige Konzepte für ein sozial gemischtes Wohngebiet gefunden werden. Die SWSG als künftige Eigentümerin der Liegenschaft, die von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erworben werden soll, plant dort rund 260 Wohneinheiten. Dabei sollen 230 Wohnungen der SWSG im sozial geförderten Mietwohnungsbau entstehen. Vorgesehen ist, einen Anteil rund die Hälfte dieser Wohnungen über die mittelbare Belegung an anderer Stelle zu decken. Wohneinheiten, die - abhängig vom Wettbewerbsentwurf - über die geförderten SWSG-Wohnungen hinaus zusätzlich entwickelt werden können, sollen dem frei finanzierten Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Integrativer Bestandteil des neuen Wohnquartiers ist die vor Ort bereits seit Jahren etablierte eva, die im ortsbildprägenden Immanuel-Grözinger-Haus Wohnraum für alleinstehende Männer in besonderen Lebensverhältnissen bietet. Zur Einrichtung zählt neben dem Wohnheim ein großer Nachbarschaftsgarten, der den Bewohnern eine tagesstrukturierende Beschäftigung bietet und allen Anwohnern des Quartiers schon heute offensteht. Dieser Garten soll in Teilen erhalten bzw. angemessen erweitert werden. Hierfür stehen Flächen im östlichen Teil des Plangebiets zur Verfügung. Im Hinblick auf das Wohnraumangebot der eva ist geplant, einen Teil der Heimplätze aus dem Immanuel-Grözinger-Haus in das neue Quartier zu verlagern und dort zu integrieren. Dabei sollen im Rahmen einer Neubebauung 57 weitere geförderte Wohneinheiten entstehen. Somit ist im neuen Quartier an der Böckinger Straße die Realisierung von insgesamt rund 300 Wohneinheiten vorgesehen. Die genaue Gesamtanzahl von Wohneinheiten, die im Quartier entwickelt werden kann, hängt vom Ergebnis des Planungswettbewerbs ab. Städtebaulicher Rahmenplan Um das genannte Ziel eines Quartiers mit Vorbildfunktion im sozialen und baulichen Bereich verwirklichen zu können, wurden folgende Vorgaben definiert, die den Rahmen des Planungswettbwerbs bilden: \- Entwicklung eines allgemeinen Wohngebiets \- hohe gestalterische Qualität, architektonisch vielfältig \- Verträglichkeit mit dem vorhandenen Stadtraum \- urbane Qualität schaffen \- hohe Qualität und attraktive Gestaltung der Freiräume innerhalb des Quartiers \- Vernetzung mit den angrenzenden Wohnquartieren, sowie den dortigen Naherholungs- und Landschaftsgebieten \- Errichtung einer Quartiersmitte als sozialem Treffpunkt \- belebte Erdgeschosse \- Dachbegrünungen nach Möglichkeit \- Erhalt des Immanuel-Grözinger-Hauses als städtebauliche Landmarke im Stadtteil Ziel ist es, das bereits vorhandene Wohnraumangebot im Stadtteil mit dem neuen Quartier quantitativ und qualitativ zu ergänzen. Das Stadtbild, der öffentliche Raum sowie die wohnungsnahen Freiräume sollen weiter aufgewertet werden. Alle diese Punkte wurden im Auslobungstext des Wettbewerbs berücksichtigt. Das neue Quartier an der Böckinger Straße soll als möglichst autoarmes Quartier entwickelt werden. U. a. ist daher eine Reduzierung der Anzahl der notwendigen Stellplätze je Wohneinheit auf einen Schlüssel bis zu 0,7 Stpl./WE gewünscht. Die Bewohner-Stellplätze sollen in privaten Tiefgaragen integriert werden. Die Besucher-Stellplätze sind auf privaten Grundstücksflächen unterzubringen. Konzepte für Quartiersgaragen sind denkbar. Im Rahmen des Wettbewerbs soll ein Mobilitätskonzept mit innovativen Ideenansätzen erarbeitet werden. Insbesondere durch die östlich an das Plangebiet angrenzende Bahnstrecke Untertürkheim – Kornwestheim mit nächtlicher Nutzung für den Güterverkehr ist das Plangebiet teils erheblich mit Lärm belastet. Um dennoch eine Wohnnutzung zu ermöglichen, sind Schallschutzmaßnahmen an der Bahnstrecke notwendig. Darüber hinaus ist ein Teilbereich, der unmittelbar an die Bahnstrecke angrenzt, für eine Wohnnutzung nicht geeignet. Weitere umweltrelevante Belange (u. a. grünordnerische und stadtklimatische Aspekte, Niederschlagswassermanagement) sollen im Rahmen der Wettbewerbsbearbeitung ebenfalls Berücksichtigung finden. Für die Entwicklung des neuen Quartiers ist die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. Im Jahr 2007 wurde daher ein Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan gefasst (siehe GRDrs 44/2007). Das Verfahren soll im Anschluss an den Wettbewerb auf Grundlage der Wettbewerbsergebnisse wiederaufgenommen werden. Bürgerbeteiligung Zum Rahmenplan Rot und zum Projekt an der Böckinger Straße wurde am 31. Januar 2019 ein Info- und Dialogabend für interessierte Bürgerinnen und Bürgern angeboten. Die vielen Anregungen und Hinweise aus diesem Abend flossen ebenfalls in die Wettbewerbsauslobung mit einn. Darüber hinaus wurden nach diesem Abend Bürgervertreter bestimmt, die den weiteren Planungsprozess an der Böckinger Straße begleiten. Die Böckinger Straße als IBA'27-Vorhaben Am 24. Januar 2019 hat der Gemeinderat beschlossen, neben anderen Vorhaben auch das Quartier an der Böckinger Straße als IBA-Potenzial für die Internationale Baustellungen 2027 (IBA’27) einzureichen. Das Vorhaben wurde mittlerweile als eines von 28 Projekten für das IBA’27-Netz nominiert. Das Quartier an der Böckinger Straße soll im Rahmen der IBA’27 als exemplarischer Beitrag für eine hochwertige und nachhaltige Entwicklung eines integrativen Wohnquartiers präsentiert werden. Um diesem Leitbild und den Vorgaben der IBA'27 möglichst gerecht zu werden, wurden Voraussetzungen für das Quartier erarbeitet, die auch Anregungen und Hinweise aus der Bürgerinformationsveranstaltung im Januar 2019 berücksichtigen. Daraus sollen im Rahmen der IBA’27 innovative, zukunftsweisende Projektideen entwickelt werden: \- nachhaltiger Umgang mit Fläche, Raum und Ressourcen \- neue Formen der Partizipation und solidarische Konzepte des Teilens (u. a. mit Konzepten für ein innovatives Miteinander in Wohn- und Freiräumen) \- multifunktionale öffentliche Räume für Kommunikation, Begegnung und kulturellen Austausch \- experimentelle, flexible Wohnformen bzw. Nachbarschaftsmodelle und innovative Grundrisstypologien \- Stärkung der Baukultur und neue Wege der Gestaltung (u. a. mit Konzepten für preiswertes Bauen in beispielhaft gestalteter Architektur) \- neue klimagerechte, energieschonende und ökologische Technologien und Pro-zesse beim Planen und Bauen \- ressourcenschonende und stadtverträgliche Formen der Mobilität Über diese Aspekte hinaus sind weitere Ideen seitens der Wettbewerbsteilnehmer wünschenswert. Im Rahmen der Wettbewerbsbearbeitung ist ein auf das Quartier an der Böckinger Straße bezogenes Gesamtkonzept als für die Einzelbausteine innerhalb des Quartiers zu entwickeln, das die aufgeführten Voraussetzungen berücksichtigt und Ideenansätze in Bezug auf die Ziele der IBA‘27 formuliert. Darüber hinaus haben sich Studierende verschiedener nationaler und internationaler Hochschulen im Sommer 2019 im Rahmen der IBA School mit dem Quartier an der Böckinger Straße beschäftigt. Wettbewerbsaufgabe und -verfahren Der Wettbewerb wird durch die SWSG als Realisierungswettbewerb mit drei Ideenteilen in Form eines nicht offenen Wettbewerbs nach der Richtlinie für Planungswettbewerbe mit vorgeschaltetem Bewerbungs- und Auswahlverfahren international ausgelobt. Es sind 15 Teilnehmer vorgesehen. Es können sich Arbeitsgemeinschaften aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten um die Teilnahme am Wettbewerb bewerben. Die Teilnehmer sollen eine städtebauliche und freiraumplanerische Gesamtkonzeption für das Quartier an der Böckinger Straße sowie einen Konzeptansatz im Hinblick auf die IBA‘ 27 entwickeln. Für 230 Wohneinheiten der SWSG im sozial geförderten Mietwohnungsbau soll die städtebaulich-architektonische Gestaltung geplant werden. In einem der Ideenteile sollen zusätzlich zu den genannten Wohneinheiten der SWSG für einen ergänzenden Anteil von ca. 15 % beispielsweise Vorschläge für innovative Wohn- bzw. Grundrissformen, experimentelle Bautypologien oder innovative ökologische bzw. technische Ansätze beim Bauen aufgezeigt werden. In einem weiteren Ideenteil sollen Aussagen zu der geplanten Neubebauung der eva im Quartier getroffen werden. Für eine im Quartier notwendige neue Kindertagesstätte, die ggf. mit einem Nachbarschafts- und Quartierszentrum („Kleines Stadtteilhaus“) kombiniert werden soll, werden in einem zusätzlichen Ideenteil Entwurfsansätze entwickelt. Anschließend wird die SWSG an den Wettbewerb mit den Preisträgern des Realisierungsteils Verhandlungsgespräche über die weitere Beauftragung von Planungsleistungen nach der Vergabeverordnung führen. Für die Ideenteile wiederum werden im Anschluss zunächst zusätzliche, nachgeordnete Planungsverfahren durchgeführt. Hier sollen – je nach Ergebnis und Empfehlung des Preisgerichtes – dann ggf. weitere Wettbewerbsteilnehmer berücksichtigt werden. Um eine Kontinuität im Planungsprozess zu gewährleisten, sollen in den Beurteilungsgremien der nachgeordneten Planungsverfahren Preisgerichtsmitglieder aus dem Planungswettbewerb vertreten sein. Benennung der Preisrichter aus dem Ratsgremium Die Benennung der Preisrichter aus dem Ratsgremium wird nach der Gemeinderatswahl bzw. der Neukonstituierung des Gemeinderats erfolgen. Hierfür ist vorgesehen, dem Ausschuss für Umwelt und Technik in der Sitzung am 24. September 2019 eine entsprechende Vorlage zum Beschluss vorzulegen.

Stadtentwicklung, Baumaßnahme

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Ergebnisse der Bürgerbeteiligung "IBA'27: Böckinger Straße"

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